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Keine Schonfrist für den neuen OB

Kommentar Keine Schonfrist für den neuen OB

Mit dem erwarteten Ergebnis statteten die Marburgerinnen und Marburger Dr. Thomas Spies aus – aber längst nicht mit einem überragenden.

60 Prozent für einen prominenten Landespolitiker in einer Stadt, in der Rot-Rot-Grün über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügt, lassen Luft nach oben für Spies. Er muss aus dem Schatten seines populären Vorgängers noch heraustreten. Spies ist deswegen kein „schwacher Kandidat“, wie Marburgs FDP-Chef Christoph Ditschler gestern Abend angriffslustig anmerkte; aber er wird schnell zu zeigen haben, dass er Marburg voranbringen kann – sehr schnell sogar, denn nur vier Monate nach seiner Amtseinführung sind Kommunalwahlen, und da wird sich zeigen, auf welche Mehrheit sich der neue OB anschließend stützen kann.

Es wird also nichts mit der üblichen Schonfrist von 100 Tagen für den neuen Amtsinhaber. Er muss aus dem Stand heraus zeigen, welche Impulse er setzen kann – die Schwerpunkte hat er gestern selbst benannt: In der Wohnungspolitik, in der Sozialpolitik, in der Schulpolitik.

Für den gestern unterlegenen Dirk Bamberger wird jetzt nicht Schluss sein mit der Kommunalpolitik. Er hat gezeigt, dass er Anhänger und Wähler gleichermaßen mobilisieren kann, und er wird mit Blick auf die Kommunalwahl eine wichtige Rolle in der CDU spielen. 40 Prozent sind für einen Kandidaten aus dem so genannten bürgerlichen Lager ein stolzes Ergebnis in Marburg. Schon gestern träumte der ein oder andere CDU-Anhänger davon, dass die Christdemokraten unter seiner Führung im März die rot-grüne Mehrheit in Marburg knacken.

Und das wäre dann die Chance für den Quereinsteiger Bamberger, aus dem bisherigen Hobby Politik einen Beruf zu machen.

von Till Conrad

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