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Gute Chance für einen Neuanfang

Thema der Woche Gute Chance für einen Neuanfang

Darf man rechts- oder linksextremistischen Gruppierungen eine öffentliche Plattform bieten oder sollte man sich durch solche Auswüchse ein Traditionsfest nicht zerstören lassen?

Marburg. Zwei Fragen, zwei Lager, keine Entscheidung. Die Argumente für und wider sind neutral beobachtet absolut nachvollziehbar. Und das macht die ganze Debatte so schwierig. Annäherungen gibt es keine, Streit jede Menge. Eine Diskussion ohne Emotion über die Zukunft des Marktfrühschoppens ist nach jetzigem Stand nicht möglich. Was aber tun?

Schlussendlich entscheidet der Oberbürgermeister über Daumen rauf oder runter. Und es deutet vieles darauf hin, dass das Fest, bei dem sich Burschen mit Bürgern und Studenten mit Städtern begegnen nicht stattfinden wird. Und ich kann es verstehen: Wenn ein traditionelles Fest, das es in ganz Deutschland nirgendwo anders gibt, den fiesen Beigeschmack des rechten Gedankenguts mit sich führt, kann das keine Basis für ein gemeinsames, unbeschwertes Miteinander sein.

Gerade weil es so präsent ist in der Region. Ideen der Fürsprecher, den Marktfrühschoppen als Zeichen gegen Faschismus und für die Werte der Demokratie zu nutzen, halte ich für falsch. Politik hat auf dem Marktplatz zumindest in diesen zwei Stunden nichts zu suchen. Nach der aktuellen Entwicklung wird sich das aber nicht vermeiden lassen. Natürlich darf man sich ein lieb gewonnenes Fest durch rechte oder linke Idiotien nicht zunichte machen lassen.

Jetzt wäre aber die Chance, eine neue, völlig unbelastete Möglichkeit der Begegnung zu schaffen. Sowohl die Marburger Bürger als auch die Burschen wollen eine gemeinsame Veranstaltung. Das beweisen die emotionalen Diskussionen. Also lasst uns ein neues Alleinstellungsmerkmal kreieren, mit dem Marburg hessen-, wenn nicht gar bundesweit für Furore sorgen kann.

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