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Engagement, Macht und Beton

thema der woche Engagement, Macht und Beton

Wenn junge Menschen sich politisch engagieren, ist das in der Regel zunächst einmal ein positives Signal.

Marburg. Da gibt es Jugendliche wie die Sprecher der Marburger Theodor-Heuss- und Friedrich-Ebert-Schulen, die Eltern, Lehrern und Behörden vormachen, wie man am sinnvollsten mit einer Umbruchsituation umgeht: mit konstruktiven Gesprächen, an deren Ende eine konkrete Forderungsliste für die Zusammenlegung beider Schulstandorte steht. Auf dieser Grundlage stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass bei der Schaffung der neue Mittelstufenschule alle an einem Strang ziehen.

Dann gibt es junge Erwachsene, die selbst noch zur Schule gehen, deren politisches Engagement jedoch nicht so sehr durch den schulischen Alltag befeuert wird - sondern eher durch die persönliche Motivation, in der Nachwuchsorganisation ihrer Partei Führungsstärke zu zeigen. Unter kuriosen Umständen zum Marburger JU-Chef gewählt, erfuhr Hans-Martin Reissner, welche Fallstricke in der Politik lauern. Der Jungen Union selbst schadet der Machtkampf zwischen altem und möglicherweise neuem Vorsitzenden ebenso wie das Scharmützel, das Marburgs Politik-Eleven sich um die Frage liefern, wer dem „Ring Politischer Jugend“ (RPJ) angehören darf. Das kategorische Nein des Marburger Jung-Christdemokraten Mathias Range in der Frage einer Aufnahme der Links-Jugend und des Piraten-Nachwuchses in den RPJ folgt zwar der Haltung der Jungen Union auf Bundesebene. Doch eine solche Betonposition sorgt eher dafür, das politische Nachwuchsbündnis zu spalten, anstatt in einen zukunftstauglichen Diskurs einzutreten. An diesem Punkt äfft der Parteien-Nachwuchs lediglich die Ideologie- und Machtspiele der arrivierten Politikwelt nach, anstatt ihr den Spiegel vorzuhalten. Dass politisches Engagement anders, nämlich besser geht, haben Marburgs neue Mittelstufenschüler in dieser Woche gezeigt.

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