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Zwickmühle

Einwurf Zwickmühle

Ganz Deutschland fiebert dem Champions-League-Finale zwischen Bayern und dem BVB entgegen. Ganz Deutschland? OP-Redakteur Holger Schmidt kann den Hype nicht ganz nachvollziehen. Ein ganz persönlicher Einwurf.

Marburg. Normalerweise wird an dieser Stelle analysiert und kritisiert, hin und wieder auch eine Anekdote zum Schmunzeln erzählt. Erlauben Sie mir heute aber ausnahmsweise einen ganz persönlichen Einwurf. Ich frage mich nämlich, ob ich bei all dem Hype um den Showdown in Wembley der einzige Fußballfan in ganz Deutschland bin, für den das Endspiel kein Traumfinale ist. Bayern gegen Madrid oder Dortmund gegen Barcelona - das wäre toll gewesen. Vielleicht hätte ich dann sogar genügend Patriotismus aufbringen können, um dem deutschen Vertreter die Daumen zu drücken. Zumindest aber hätte ein erneutes deutsch-spanisches Duell mehr europäisches Flair geatmet. Aber Bayern gegen Dortmund? Das sehe ich in der Bundesliga zweimal im Jahr, dazu in schöner Regelmäßigkeit im DFB-Pokal. Und den Supercup gibt es ja auch noch. Außerdem weiß ich auch gar nicht, mit wem ich es halten soll. Die Eintracht ist bald in Europa dabei, mein Lieblingsverein aus der alten Heimat hat sich dank eines Schnauzbart tragenden Trainers in der zweiten Liga gerettet - für mich könnte die Saison also zu Ende sein. Als Bochumer fällt es halt schwer, dem schwarz-gelben Nachbarn den großen Wurf zu gönnen. Für die scheinbar übermächtigen Bayern mit ihrer „Mia san mia“-Haltung kann ich mich aber auch nicht erwärmen. Statt des Endspiels „Zahnfee auf Bewährung“ zu gucken, stellt trotzdem keine Alternative dar. Insofern werde ich zum Finale einschalten und das Beste hoffen. Das hieße für mich: Möge der Bessere gewinnen - solange es nicht Bayern oder Dortmund ist. Eine ziemliche Zwickmühle.

von Holger Schmidt

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