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Zeit für Experimente

Einwurf Zeit für Experimente

Joachim Löw muss einen schwierigen Spagat hinbekommen: Einerseits denkt er, dass seine Auswahl in Zukunft nur dann Erfolg haben wird, wenn er den Spielstil ändert. Flexibilität ist für ihn das Zauberwort. Andererseits gibt es da die Millionen von Deutschen, die vom Weltmeister gute Leistungen und beste Fußballunterhaltung erwarten.

Marburg. Nur: Wenn Löw experimentiert, eine Dreierkette und die Doppelspitze ausprobiert, funktioniert das mit der Unterhaltung eben nicht immer. Dafür sind Testspiele wie gegen Australien ja auch da.

Deshalb war es überraschend, dass der Bundestrainer seine taktischen Ideen schon zur Halbzeit begrub. Den öffentlichen Druck und auch mögliche Pfiffe der Fans wird Löw aushalten müssen, selbst wenn es schiefgeht - zumindest wenn er überzeugt ist, dass ein neues Spielsystem der richtige Weg zu Titeln bei den nächsten Europa- und Weltmeisterschaften ist. Die kommenden Gegner der DFB-Auswahl heißen Georgien, USA und Gibraltar. Gute Gelegenheiten, um mit den Experimenten weiterzumachen. Auch wenn - oder sogar insbesondere weil - EM-Qualifikationsspiele dabei sind. Dann bekommt Löw einen Eindruck, wie seine Elf mit den taktischen Vorgaben umgeht, wenn es wirklich zählt.

von Holger Schmidt

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