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Wie Hase und Igel

Einwurf Wie Hase und Igel

Grundsätzlich ist der Vorschlag von Armin Hary zu begrüßen: Der erste Mann, der die 100 Meter in handgestoppten 10,0 Sekunden lief, fordert die Tilgung aller Sprintzeiten unter eben jener Grenze aus den Geschichtsbüchern.

Marburg. „Man sollte diese Rekorde streichen, bis man sicher sein kann, dass die Leistungen wieder sauber errungen wurden“, sagte Deutschlands Leichtathletik-Legende. Allerdings zeigt die Idee auch die ganze Hilflosigkeit und Ohnmacht, mit der der Sport der Doping-Problematik gegenübersteht. Die Sicherheit, dass die Athleten bei neuen Rekorden sauber sind, wird es nie geben. Denn bei dem Hase-und-Igel-Spiel ersinnen die Betrüger ständig neue Methoden und sind so den Dopingjägern immer einen Schritt voraus. Abgesehen davon: Die rigorose Streichung der Zeiten würde auch den Fabelweltrekord von Usain Bolt löschen. 9,58 Sekunden lief der Jamaikaner 2009 bei der WM in Berlin. Doping ist ihm nicht nachgewiesen worden. Solange gilt die Unschuldsvermutung - auch bei Sprintern.

von Holger Schmidt

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