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Wenn alle wollen und keiner kann

Einwurf Wenn alle wollen und keiner kann

Der Abstiegskampf ist in dieser Bundesliga-Saison mehr denn je ein Abstiegskrampf. Alle Kandidaten beteuern unisono (natürlich), dass sie wollen. Woche für Woche stellt sich aber heraus, dass keiner kann.

Marburg. Der VfB Stuttgart ist raus aus der Verlosung. Dabei hatten die Schwaben selbst gar keinen Anteil daran. Wie so oft in dieser Saison ließ sich der VfB kurz vor Schluss die Butter vom Brot nehmen. Doch dieses Mal hatte der späte K.o. keine negativen Auswirkungen. Die unglücklichen Stuttgarter konnten am Ende glücklich darüber sein, dass diese verkorkste Bundesliga-Saison mit dem Klassenerhalt enden wird.

Anders die Lage beim Trio im Tabellenkeller. Keiner konnte aus den Patzern der Konkurrenz Kapital schlagen und so geht das Schneckenrennen auch am letzten Spieltag weiter. Und da hat nun ausgerechnet der zuletzt so leblose HSV die besten Karten.

Die Hamburger haben ein schweres Auswärtsspiel in Mainz vor der Brust. Die Rheinhessen müssen nämlich nun gewinnen, um Platz sieben zu sichern und damit in der nächsten Saison europäisch zu spielen. Insofern war der späte Siegtreffer des FC Augsburg in Braunschweig gar nicht so gut für den HSV - wäre es beim 0:0 geblieben, hätte den Mainzern nächste Woche schon ein Punkt genügt.

Trotzdem: Dass der 1. FC Nürnberg nach zehn Niederlagen aus den letzten elf Partien ausgerechnet bei Champions-League-Anwärter Schalke 04 gewinnen wird, ist nach dem hilflosen 0:2 gegen Hannover nicht zu erwarten. Braunschweig braucht zwingend einen Sieg in Hoffenheim und wegen der schlechteren Tordifferenz außerdem eine HSV-Niederlage.

Die Frage „Wer will mehr?“ ist im Abstiegskampf dieser Saison nicht die entscheidende. Vielmehr geht es darum: Wer kann mehr? Nach dem 33. Spieltag muss die Antwort lauten: keiner. Und das dürfte dann auch in der Relegation zu wenig sein. Zumindest bis dahin dürfte aber die berühmte Uhr im Hamburger Stadion weiterlaufen. Immerhin.

von Holger Schmidt

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