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Rückschritt

Einwurf Rückschritt

Es gibt sinnvolle Regeländerungen im Fußball. Dazu gehört die Einführung der Torlinientechnik oder die Torwart-Rückpassregel. Dann gibt es überflüssige Regeländerungen.

Marburg. Dazu gehört der Vorschlag des Uefa-Präsidenten Michel Platini, eine Weiße Karte in den Bestrafungskatalog aufzunehmen und Spieler zu einer zehnminütigen Zeitstrafe zu verdonnern.

Seit 1991 gibt es in der Bundesliga die Gelb-Rote Karte. Diese Neuerung hat ihre Wirkung nicht verfehlt, die Gelbe Karte war plötzlich viel bedrohlicher. Die raubeinigen Abwehrabräumer der 80er- und frühen 90er-Jahre mussten ihre brutale Spielweise ändern, wollten sie nicht vorzeitig nach der zweiten Gelben vom Platz und noch dazu ein Spiel gesperrt zuschauen.

Noch ein Instrument braucht es nicht. Für die Schiedsrichter ist es ohnehin oft schwer genug zu entscheiden, ob sie die Gelbe oder die Rote Karte zeigen: War der Foulspielende letzter Mann oder nicht? Grätsche von hinten oder von der Seite? Absichtlicher Ellbogenschlag? Eine dritte Sanktionsmöglichkeit würde die Situation für die Unparteiischen verkomplizieren - was im schlimmsten Fall dazu führt, dass sie es sich ganz einfach machen und im Zweifelsfall Weiß zücken.

Außerdem hat eine Zeitstrafe kaum einen Effekt. Für die Zuschauer eher einen nachteiligen: Die dezimierte Mannschaft igelt sich für zehn Minuten hinten ein und spielt auf Zeit. Der Fußball wird unansehnlicher und langsamer. Kurzum: Die Einführung der Weißen Karte wäre ein Rückschritt.

von Holger Schmidt

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