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Retter gefunden

Einwurf Retter gefunden

Nein, es geht nicht um einen Fußballverein, der mit einem Benefizspiel vor der Pleite bewahrt werden muss. Auch nicht um einen Trainer, der den drohenden Abstieg eines Vereins noch abwenden soll. Es geht um einen bekannten Leichtathleten.

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Marburg. Philipp Pflieger war 2015 Deutscher Meister im Halbmarathon, in Rio bei den Olympischen Spielen beendete er den Marathon in 2:18:56 Stunden auf Rang 55. Eben jener Pflieger sorgte beim Berlin-Marathon für einen Schreckmoment. Kurz vor dem Ziel, zwischen Kilometer 39 und 40, sank der Regensburger auf der Leipziger Straße an der Seitenbegrenzung auf die Knie und taumelte dann völlig entkräftet von der Straße.

Alles sah so aus, als würde Pflieger unfreiwillig den Abflug und Bekanntschaft mit dem Asphalt machen. Wäre da nicht der junge Mann mit dem lockigen Haar gewesen, der den 30-Jährigen auffing. „Sein Gesicht ist mir noch ziemlich präsent, der hat das auch ganz unaufgeregt gemacht, aber in so einer Situation bist du vollkommen weg und mit deinem Leid völlig woanders“, sagte Pflieger. „Da ist man zu rationalen Entscheidungen nicht mehr in der Lage.“

Deshalb verbreitete der Marathonmann einen Aufruf auf seiner Facebook-Seite und bei Instagram, um den Helfer zu finden. „Es tut mir leid, ich habe ja nicht mal danke gesagt“, bedauerte Pflieger – gestern dann konnte er das Versäumte nachholen. Und eine Idee für ein Geschenk hat er auch: „Das Mindeste ist, ihm ein Goodie-Paket mit allerhand nützlichen Dingen zu schicken, eine Sportausrüstung.“

Allerdings: Der Retter wird es sich wohl nach den Eindrücken von Berlin zweimal überlegen, selbst einen Marathon zu laufen.

von Holger Schmidt

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