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Recht und Unrecht

Einwurf Recht und Unrecht

Im Basketball gibt es die ungeschriebene Regel: Wer trifft, hat Recht. Jérôme Boateng hat gegen die Slowakei getroffen.

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Riskanter Transfer

Marburg. Insofern hatte der Innenverteidiger Recht, als er den Ball mit vollem Risiko volley nahm. Aber auch der Bundestrainer hatte Recht. Joachim Löw musste das Risiko abwägen, das der Einsatz seines Abwehrchefs mit sich brachte. Wäre die Wadenverletzung aufgebrochen, die Kritik an Löw wäre verheerend gewesen. Und noch einmal hatte der Bundestrainer Recht: Die Hereinnahme von Julian Draxler für seinen Musterschüler Mario Götze erwies sich als Volltreffer.

Zugegeben: Ich hätte mich in beiden Fällen anders entschieden. Bei Boateng wäre mir das Risiko - wie zuvor hier geschrieben - zu hoch gewesen. Stattdessen hätte ich den 1:0-Torschützen geschont für die dicken Brocken, die da ab dem Viertelfinale warten. Julian Draxler wirkte im ersten Vorrundenspiel komplett außer Form. Statt auf den 2:0-Vorbereiter und 3:0-Schützen hätte ich auf Dribbelkünstler Leroy Sané gebaut. So ist der (Sport-)Journalist halt: Ein ewiger Nörgler, Mäkler, Grantler und Besserwisser. Wie die Millionen Bundestrainern im Stadion, vor den Leinwänden und den TV-Geräten auch. Ich will an dieser Stelle klarstellen: Jogi hatte Recht!

Allerdings - das betont derMöchtegern-Bundestrainer in mir: Das heißt im Umkehrschluss noch lange nicht, dass ich Unrecht hatte.

von Holger Schmidt

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