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Einwurf Populistisch

Der Vorstoß von Antoine Vayer ist bemerkenswert. So offen hat während einer laufenden Tour de France noch kein seriöser Wissenschaftler einen Spitzenprofi der Zuhilfenahme verbotener Mittel bezichtigt.

Marburg. Vayer vermeidet zwar das Wort Doping und doch ist jedem klar, was er meint. Besonders mutig sind die Aussagen des Franzosen allerdings nicht. Eher populistisch. Denn eigentlich spricht er nur aus, was ohnehin alle denken: Nach menschlichem Ermessen sind Leistungen wie von Christopher Froome in den Pyrenäen nicht zu vollbringen. Jedenfalls nicht auf legalem Wege.

Vayer kann seine Erkenntnisse auf wissenschaftliche, messbare Ergebnisse stützen. Überführt ist Froome deshalb noch lange nicht. Alle Zweifler werden warten müssen, bis eine Probe den Beweis für die Schuld des Briten liefert. Doch was, wenn das nicht passiert? Müssen dann alle Abbitte leisten? Zumindest müssen alle die Leistung Froomes anerkennen. Schließlich gilt die Unschuldsvermutung. Wenngleich diese sich nach Armstrong, Ullrich und Co. im Radsport ins Gegenteil verkehrt hat. Froome darf sich also bei seinen Vorgängern bedanken.

von Holger Schmidt

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