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Optimale Lösung

Einwurf Optimale Lösung

Der deutsche Frauenfußball war in den vergangenen Jahren immer verbunden mit dem Namen Silvia Neid. Deshalb kommt der frühzeitig angekündigte Rücktritt der Bundestrainerin nun überraschend. Er bringt aber zwei große Vorteile.

Marburg. Erstens hat der DFB langfristige Planungssicherheit und kann sogar im Falle einer verkorksten WM vorzeitig reagieren, ohne dass die Beteiligten ihr Gesicht verlieren. Zweitens kann die Ankündigung den Nationalspielerinnen einen zusätzlichen Motivationsschub verleihen, um ihrer Trainerin bei Olympia 2016 ein edelmetallisch glänzendes Abschiedsgeschenk zu bereiten.

Sollte tatsächlich der ganz große Wurf in Rio gelingen, steht in Steffi Jones die wohl einzig geeignete Kandidatin parat, um die Neid-Nachfolge anzutreten. Denn die Frankfurterin besticht durch ihre Ausstrahlung, sie kann Menschen für sich einnehmen und kommt sympathisch rüber. Neid hingegen tritt eher als ausgewiesene Fachfrau in Erscheinung, sie wirkt in der Außendarstellung jedoch oft unbeholfen und spröde.

Das große Fragezeichen der Personalrochade bleibt die fachliche Qualität von Jones. Die Ex-Nationalspielerin verfügt über keinerlei Trainererfahrung. Somit geht der DFB ein Risiko ein. Aber Jones kündigte schon an, wie einst Jürgen Klinsmann auf Teamwork setzen zu wollen. Bange sein muss einem jedenfalls nicht um den deutschen Frauenfußball. Es sieht so aus, als habe der DFB die optimale Lösung gefunden.

von Holger Schmidt

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