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Nur aufgeschoben

Einwurf Nur aufgeschoben

Der Hamburger SV stand in den vergangenen Jahrzehnten schon einige Male vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit. So nah am Abgrund wie in dieser Saison war der Bundesliga-Dino allerdings noch nie.

Marburg. Nur ein paar Zentimeter haben gefehlt und es wäre um den HSV geschehen gewesen – in der Drangphase der Fürther am Ende des Relegationsspiels sogar buchstäblich.

Darauf hatte das Gründungsmitglied des Fußball-Oberhauses auch lange genug hingearbeitet. Vor der Relegation hatten die Hamburger die letzten fünf Bundesliga-Partien in Folge verloren. Und auch in den Entscheidungsspielen gelang den Norddeutschen kein Sieg. Bizarrerweise konnten ausgerechnet dieVersager der vergangenenWochen nach dem Schlusspfiff feiern, als hätten sie die Champions League gewonnen.

Die Hamburger sind also noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Doch ob die Verantwortlichen des sechsmaligen Deutschen Meisters die richtigen Schlüsse ziehen, erscheint fraglich. Denn das Siechtum des HSV begann schon vor Jahren. Keine Kontinuität auf der Trainerposition, eine schlechte Transferpolitik, hohe Schulden – kurz: eine chaotische Vereinspolitik. Ändert sich nichts, ist der Abstieg nur aufgeschoben statt aufgehoben. Redlich verdient hätte es der HSV schon in dieser Saison gehabt.

von Holger Schmidt

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