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Löw ist gefordert

Einwurf Löw ist gefordert

Joachim Löw hatte Feuer frei gegeben. Ein kluger Schachzug des Bundestrainers. Denn so nahm er die Spieler in die Pflicht vor dem Qualifikationsspiel gegen Gibraltar, bei dem es für die DFB-Auswahl ohnehin nicht viel zu gewinnen gab.

Marburg. Alles unter einem Sieg in zweistelliger Höhe wäre ohnehin als Enttäuschung verbucht worden, selbst ein 10:0 gegen die Hobbyfußballer von der Insel wäre wohl als standesgemäß bezeichnet worden. Doch die Weltmeister und jene, die es in Russland noch werden wollen, brachten sogar nur vier Tore gegen den wohl krassesten Außenseiter aller Zeiten zustande. Schwacher Trost: Griechenland, immerhin bei der WM noch im Achtelfinale, zeigte, wie man sich gegen einen Fußballzwerg so richtig blamiert (0:1 gegen Färöer).

Das 4:0 von Nürnberg wirft dennoch Fragen auf. Zum einen nach einer neuen taktischen Ausrichtung. Hier ist Löw gefordert, sich ein Konzept für mehr Stabilität in der Defensive und mehr Durchschlagskraft in der Offensive zu überlegen. Zum anderen - und das ist ein weit größeres Problem - nach dem Charakter dieser Mannschaft. Das lustlose Gekicke gegen einen überforderten Gegner, für das die Fans im Stadion in Erwartung eines Schützenfestes viel Geld hingeblättert hatten, war eines Weltmeisters nicht würdig. Die Spieler wirken nach dem großen Triumph von Brasilien satt. Bleibt zu hoffen, dass der Titelappetit rechtzeitig wieder geweckt wird.

von Holger Schmidt

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