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Langsam nervt es

Einwurf Langsam nervt es

Man kann ihn ja irgendwie verstehen, den Christian Streich. Da spielte seine Mannschaft wirklich gut gegen den BVB - und am Ende stand der Bundesliga-Vorletzte nach einem Sonntagsschuss von Sebastian Kehl mal wieder mit leeren Händen da.

Marburg. Der Frust musste raus beim Trainer des SC Freiburg. Doch wie so oft entlud er sich gegenüber dem Schiedsrichter, der eine für Streich klare Rote Karte gegen den Dortmunder Sokratis nicht gezückt hatte. Eine Verschwörung gegen ihn witterte er, bestraft werde damit seine Mannschaft. Das hatte Streich schon Ende 2012 nach einem 0:2 gegen die Bayern vermutet und seine Unmutsäußerung erweitert: „Wir wissen, dass wir klein sind. Aber wir sind auch was wert“, sagte er damals. Und: „Ich sag nichts mehr zu den Schiedsrichtern. Nie mehr. Nix.“

Gehalten hat er sich nicht daran. Leider. Denn mit seiner offenen, unverfälschten Art bereichert er die Bundesliga. Noch dazu ist er offenbar ein toller Trainer, der aus den wenigen Möglichkeiten in Freiburg viel rausholt. Denn Freiburg gehört zu den „Kleinen“ des Fußball-Oberhauses. Daran kann auch Streich nichts ändern. Aber seine Verschwörungstheorien nerven allmählich. Und damit verspielt Streich das größte Pfund, mit dem der SC Freiburg wuchern kann: das Image des Sympathieträgers.

von Holger Schmidt

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