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Kein Volltreffer

Einwurf Kein Volltreffer

Eine spektakuläre Enthüllung hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schon für den späten Freitagabend angekündigt. Was dann über die Agenturen kam, las sich allerdings nur wie Werbung für die samstägliche Ausgabe - eine neue Serie zu den Steuertricks der Fußballstars.

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Leider stinknormal

Marburg. Der erste Teil hielt den hohen Erwartungen, die der „Spiegel“ selbst geschürt hatte, auch nicht stand. Ja, Cristiano Ronaldo und Co. versuchen, von ihren Gehältern möglichst wenig dem Fiskus zu überlassen. Und ja, das ist angesichts der astronomisch hohen Einnahmen, die jenseits der Vorstellungskraft des Durchschnittsverdieners liegen, moralisch fragwürdig. Schließlich wäre es schöner, die Allgemeinheit würde in Form von Steuereinnahmen von den Millionen-Gehältern der Spieler profitieren. Denn der Fußballkonsum der Massen hat den Stars ja überhaupt erst zu ihrem Salär verholfen.

Aber wirklich neu sind die Erkenntnisse des „Spiegel“ nicht. Und solange den Fußballern rechtlich keine Verstöße nachzuweisen sind, bleiben die Enthüllungen weit hinter einem Skandal zurück. Schließlich versucht auch der Durchschnittsverdiener, nicht mehr Steuern zu zahlen als nötig - die Summen, um die es geht, sind gleichwohl deutlich geringer. Wenn Ronaldo - oder vielmehr sein vermutlich gut bezahlter Steuerberater - alle legalen Möglichkeiten ausschöpft, ist das sein gutes Recht. Und selbst wenn es moralisch verwerflich erscheint - die Fans interessiert sein nächster Freistoßtreffer mehr als die Höhe seiner Steuerzahlungen. Ein Volltreffer war der Serienauftakt im „Spiegel“ also nicht.

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