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Kein Papiertiger

Einwurf Kein Papiertiger

Die Uefa greift durch - und das ist gut so. Der Fußball soll nicht zum Spielplatz für Milliardäre werden, die Vereine zu ihrem privaten Vergnügen nutzen und den sportlichen Wettbewerb ad absurdum führen.

Marburg. Nicht die Mannschaften, die am besten geführt werden und vernünftig wirtschaften, haben Erfolg, sondern diejenigen, die die reichsten Geldgeber an Land ziehen. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Paris St. Germain in Frankreich der Konkurrenz enteilt und dass Manchester City auf dem besten Weg zur Meisterschaft in England ist. Subventioniert durch Öl-Millionen. Die hohen Strafen gegen Paris und ManCity zeigen, dass das Financial Fair Play ein wirksames Instrument und nicht nur ein Papiertiger ist.

Die Frage ist nur: Wo hört erlaubtes Sportsponsoring auf und wo beginnt das unlautere Mäzenatentum? Man muss sich ja nur in der Bundesliga umschauen: Wie zum Beispiel sieht es in Hoffenheim mit Geldgeber Dietmar Hopp aus? Was ist mit Werksclubs wie Leverkusen oder Wolfsburg?

Bei Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig schaut die DFL gerade genau hin, ob die umstrittenen Vereinsstrukturen mit den Statuten vereinbar sind. Das könnte sogar dazu führen, dass die Leipziger keine Lizenz bekommen. Das wäre eine mutige Entscheidung. Noch mutiger als die der Uefa. Denn statt der Geldstrafen wäre ja auch ein Ausschluss für Paris und Manchester aus der Champions League möglich gewesen. Und dieser Imageschaden täte den Clubs noch mehr weh.

von Holger Schmidt

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