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Kein Heiliger

Einwurf Kein Heiliger

Pep Guardiola äußerte bei seiner Vorstellung einen frommen Wunsch. „Gebt mir bitte Zeit“, sagte der neue Startrainer der Fußball-Bundesliga. Die Erwartungen an den Bayern-Coach sind hoch, exorbitant, geradezu galaktisch.

Marburg. Noch vor dem Trainingsauftakt ist der Spanier zum Messias ausgerufen worden. Der deutsche Rekordmeister tat nichts, um dieses Bild zu entkräften. Zu sehr freut man sich an der Säbener Straße über den Sensations­coup. Es spricht für den Trainer, dass er sich für die Perspektive und das Arbeitsumfeld in München und gegen die Blankoschecks in Chelsea und Paris entschieden hat. Zu einem Heiligen macht ihn das nicht. Diesen Status hat er bereits in seiner Zeit als Aktiver verspielt. Bei Brescia Calcio wurde er im Jahr 2001 positiv auf das Dopingmittel Nandrolon getestet - zweimal. Guardiola beteuerte stets seine Unschuld und wurde nach einem Prozessmarathon vor vier Jahren freigesprochen. Die Zweifel blieben. Ebenso sahnte er zum Ende seiner Laufbahn in Katar noch einmal kräftig ab - und stellte Kontakte in den Wüstenstaat her, die bis heute halten. So stieg während seiner Zeit als Barça-Trainer eine katarische Stiftung erstmals in der Vereinsgeschichte der Katalanen als Trikotsponsor ein; als Botschafter warb er für die kritisch beäugte WM 2022 in Katar. Diese dubiosen Seiten werden aber in den Hintergrund treten - zumindest wenn Guardiola bei den Bayern Erfolg hat.

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