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Michel Platini hat sich beim Uefa-Kongress gestern aus der Deckung getraut und gegen Fifa-Boss Joseph Blatter ausgeteilt. Allerdings: Viel passieren konnte dem Präsidenten des europäischen Fußball-Verbandes ja auch nicht. Der Franzose hatte ein Heimspiel.

Marburg. Stratege Blatter war klug genug, die kleinen Spitzen einfach zu ignorieren und wegzulächeln. Dass sich Platini einen neuen Chef des mächtigen Weltfußballverbands wünscht, ist bekannt. Den Mut, selbst gegen Blatter anzutreten, hat er aber nicht. Er möchte sein Image nicht beschädigen. Lieber sieht er zu, wie van Praag, Figo und al-Hussein daran scheitern, den Schweizer Alleinherrscher vom Thron zu stoßen. Platini weiß genau: Er würde die Wahl nicht gewinnen.

Und selbst wenn: Was würde sich ändern? Platini ist ebenfalls ein Machtmensch. Mit fußballromantischen Gründen, wie es der einstige Weltklassespielmacher gerne verklärt, hat die Aufstockung der EM auf 24 Teilnehmer und die Einführung der Nations League jedenfalls nichts zu tun - sehr wohl aber mit wirtschaftlichen Interessen. Darüber hinaus sollte man nicht vergessen, dass auch der Franzose für die Katar-WM votierte. Platini kennt sich aus in Vetternwirtschaft, Strippenziehen und dem Treffen einsamer Entscheidungen. Eigentlich ist er damit nur eine jüngere Version von Blatter.

von Holger Schmidt

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