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Im Ansatz gut

Einwurf Im Ansatz gut

Die Traditionsvereine sehen ihre Felle davonschwimmen. Zu mächtig wird die finanzkräftige Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga. Von großen Konzernen alimentierte Vereine wie Bayer Leverkusen oder der VfL Wolfsburg können sich auf dem Transfermarkt nach Herzenslust austoben, RB Leipzig kommt höchstwahrscheinlich dazu.

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Marburg. Da wird es schwer für Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, den VfB Stuttgart, den Hamburger SV, den 1. FC Köln und Hertha BSC. Außer die Berliner in dieser Saison sind diese Traditionsclubs ganz schön abgehängt worden. Genau dieses Sextett will nun offenbar das „Team Marktwert“ gründen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Es geht ums liebe Geld, in diesem Fall die Verteilung der TV-Einnahmen.

Derzeit werden die Millionen nach einem komplizierten Schlüssel in Abhängigkeit vom Abschneiden der vergangenen Jahre verteilt - also nach rein sportlichen Komponenten. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dieses Verfahren den Topmannschaften in die Karten spielt, die ohnehin schon durch die Champions League ein Vielfaches dessen verdienen, was ein Mittelfeldteam der Bundesliga einnimmt. Das „Team Marktwert“ will nun erreichen, dass Faktoren wie Mitgliederzahlen oder Zahl der Auswärtsfans berücksichtigt werden. Das Problem ist nur: Das sportliche Abschneiden ist gut messbar, andere Daten sind eher schwammig. Zudem wird es Wolfsburg und Leverkusen nur schwer begreifbar zu machen sein, wieso die neue Verteilung gerecht(er) sein soll.

Der Ansatz vom „Team Marktwert“ täuscht zudem über Fehler hinweg, die diese Vereine bei der Personalplanung gemacht haben. Mönchengladbach und Mainz machen vor, wie man mit schlauer Transferpolitik und weniger TV-Geld oben ranschnuppern kann. Die Idee einer Reform ist im Sinne der Gerechtigkeit trotzdem vernünftig: Wenn der Erste 40 Millionen Euro bekommt und der Letzte gerade die Hälfte, wird die Schere in der Bundesliga immer weiter auseinandergehen.

von Holger Schmidt

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