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Herz gegen Kopf

Einwurf Herz gegen Kopf

Die meisten Regungen zeigte beim bayerischen Funktions-Ensemble wie so oft Matthias Sammer. Der Sportdirektor des deutschen Rekordmeisters geißelte nach dem 2:0-Sieg über Hannover den „Fußball ohne Emotionen“ seitens seines Teams.

Marburg. Vielleicht hat Erfolgsmensch Sammer am Samstagabend wehmütigen Blickes gen Berlin geschaut. Dort verloren zwar die deutschen Volleyball-Frauen das EM-Finale, gewannen aber die Herzen der Sportfans durch ihre mutige Spielweise und ihren aufopferungsvollen Kampf während des Turniers. Es bedurfte schon der russischen Riesinnen, um das Happy End des „Herbstmärchens“ zu verhindern. Und selbst im Endspiel hielten Margareta Kozuch und Co. dreieinhalb Sätze lang gegen den Rekord-Welt- und Rekord-Europameister stark mit und betrieben Werbung für den Volleyball. Am Ende fehlten nur Kleinigkeiten sowie vielleicht auch der eine oder andere Zentimeter an Körpergröße und Sprungkraft. Kühle Klasse brachte den Erfolg.

Womit wiederum der Bogen zum FC Bayern geschlagen wäre, der unter Trainer Pep Guardiola offenbar wieder in seine alte „Verwalten statt gestalten“-Attitüde verfällt. Kopffußball vom Reißbrett. Meisterschaften mag man so gewinnen, Herzen eher nicht. Sicher ist dabei allerdings auch: Wenn der FC Bayern nach der Saison weitere Titel auf seinem Briefkopf verewigen kann, wird Sammer seinen Profis ihre mangelnde Leidenschaft schnell wieder verziehen haben.

von Holger Schmidt

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