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Großes Herz

Einwurf Großes Herz

Aufgewachsen ist Zlatan Ibrahimovic in einem Problemviertel der schwedischen Stadt Malmö als Sohn eines bosnischen Vaters und einer kroatischen Mutter. Von dort hat er es in die Weltspitze geschafft und galt zu seiner Zeit bei Inter Mailand mit einem Jahresnettogehalt von 13,5 Millionen Euro als bestbezahlter Fußballer.

Marburg. Das Wort „zlatanieren“ hat es sogar in den schwedischen Wortschatz geschafft und ist im Prinzip die Steigerungsform von dominieren. Ibrahimovic selbst sagt Dinge wie: „Wer mich kauft, kauft einen Ferrari.“ Mangelndes Selbstvertrauen ist also nicht das Problem des 32-jährigen Starstürmers von Paris St. Germain. Gerne macht er sich auch über Gegenspieler lustig oder verweigert seinen Trainern den Gehorsam, weshalb er in der Branche nicht gerade den besten Ruf genießt.

Aber Ibrahimovic hat auch eine andere Seite. Die schwedische Nationalmannschaft der Menschen mit geistiger Behinderung (Name: „Die Unbekannten“) hat sich für die WM in Brasilien qualifiziert. Das Team hat aber leider nicht das Geld, die Reise auf sich zu nehmen. Mit einer Versteigerungsaktion sollte die WM finanziert werden. Auch bei Ibrahimovic wurde angefragt, ob er ein Trikot zur Verfügung stellen würde. Dessen Reaktion: „Was zum Teufel willst du mit einem Trikot?“ Stattdessen überwies er den kompletten Betrag von umgerechnet 38000 Euro. „Fußball sollte von jedermann gespielt werden, unabhängig von Geschlecht, Behinderung oder nicht“, erklärte Ibrahimovic. Recht hat er. Und noch dazu ein großes Herz. Jetzt spielen „Die Unbekannten“ bei der WM in Brasilien. Das haben sie ihrem Gönner voraus.

von Holger Schmidt

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