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Stefan Kuntz ist also der neue Horst Hrubesch als Trainer der deutschen U 21. Allerdings eint die beiden nur eins: Sie waren beide Europameister.

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Marburg. Ein wenig wirkte Horst Hrubesch aus der Zeit gefallen. Schwer vorstellbar jedenfalls, dass sich das einstige Kopfballungeheuer mit Julian Nagelsmann oder Thomas Tuchel aus der neuen Trainergeneration über Gegenpressing, vertikales Spiel in die Spitze oder Deckungsschatten austauscht. Wahrscheinlich tut man ihm damit Unrecht, erfolglos war Hrubesch ja wahrlich nicht mit den U-Nationalmannschaften des DFB. In der glattgebügelten Fußballwelt war der 65-Jährige aber in erster Linie ein Typ, der durch einfache, klare Worte auffiel. Eine Vater- oder vielmehr Großvaterfigur für seine Spieler.

Als Vereinstrainer sind Taktik, Technik und Kondition in der täglichen Arbeit wichtig. Als Jugendnationaltrainer geht es dagegen doch vor allem darum: den richtigen Draht zu finden zu den Talenten. Ein paar Geschichten von damals einstreuen, wie war das denn damals bei der EM 1980 und Ihren beiden Finaltoren, Trainer? Hrubeschs Art kam an bei seinen Spielern, die sich deshalb reingehängt haben für ihren olympischen Traum, auch für ihren Coach.

Jetzt tritt also Stefan Kuntz das schwere Erbe Hrubeschs an. Auch ein Europameister, aber doch ein ganz anderer Typ. Immer so sehr um Lockerheit und jugendliches Auftreten bemüht, dass es bei ihm verkrampft und unecht wirkt. Schwer vorstellbar, dass Kuntz Anekdoten von 1996 auspackt. Schwer vorstellbar, dass er seine Spieler so packt wie Horst Hrubesch. Feiner Zwirn statt Trainingsanzug – auf die DFB-Junioren kommt eine große Umstellung zu.

von Holger Schmidt

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