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Einwurf Gerupft

"Bei Severin Freund war das tiefe Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten nicht da." Das sagte Deutschlands Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster nach dem Absturz der DSV-Adler zum Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Ein seltsamer Erklärungsversuch.

Marburg. Schließlich war es eben jener Freund, der als Weltcup-Fünfter im Vorfeld verkündet hatte: „Ich gehöre zu denen, die die Tournee gewinnen können.“ Sagt so etwas jemand, dem es an Selbstvertrauen mangelt?

Es war mutig von Freund, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Einfach nur mitzuspringen und Vierter oder Fünfter zu werden, ist dem 26-Jährigen zu wenig. Gut so. Nur wer wagt, gewinnt. Dumm für ihn, dass er seinen Worten keine Taten folgen ließ. Mit der Kritik muss er nun leben. Schließlich hat er die Erwartungen selbst geweckt - und enttäuscht.

In Garmisch-Partenkirchen gibt es die Chance zur Wiedergutmachung. Auch wenn es mit dem Gesamtsieg nichts mehr wird - Neujahr werden sich Freund und seine Teamkollegen richtig reinhängen. Doch wehe, wenn das wieder schiefgeht. Dann sehen die DSV-Adler endgültig aus wie gerupfte Hühner.

von Holger Schmidt

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