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Gefährliche Regel

Einwurf Gefährliche Regel

Fehler passieren. Das ist nur allzu menschlich. Die Frage ist aber: Wie geht man damit um?

Marburg. Bei der Leichtathletik-EM in der Schweiz haben sich die Organisatoren nicht mit Ruhm bekleckert. Beim Weitsprung nahmen sie den falschen Abdruck bei Melanie Bauschke und stellten das erst nach einem Protest der schwedischen Mannschaft fest. Blech statt Bronze für Bauschke, die darüber vor ihrem letzten Versuch informiert wurde - und diesen fertig mit den Nerven im wahrsten Wortsinn in den Sand setzte. Immerhin entschuldigten sich die Organisatoren gestern, wenn auch etwas halbherzig.

Noch fataler allerdings wäre um ein Haar der Fehler bei der Schwimm-EM in Berlin ausgegangen. Da ging es nicht nur um Medaillen, sondern bei der Polin Natalie Charlos um Leben und Tod. Der Vorwurf: Die Retter hätten früher eingreifen müssen. Die DLRG hält dagegen, das Kampfgericht habe die Rettung der Freischwimmerin verzögert. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Richtig ist, dass die Retter sich die Freiheit hätten nehmen müssen, schneller zu helfen. Richtig ist aber auch, dass Regeländerungen nötig sind. Wenn ein Schwimmer disqualifiziert wird, sofern sich ein Retter auch nur nähert, führt das bei der Einschätzung der Gefährdung zu Fehlern. Und die können tödlich sein.

von Holger Schmidt

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