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Es war an der Zeit

Einwurf Es war an der Zeit

Nach 20 Jahren bei den Los Angeles Lakers und fünf NBA-Meisterschaften macht Kobe Bryant Schluss. Für den letzten Akt hatte der 37-Jährige noch einmal das letzte Körnchen Energie aus seinem maladen Körper herausgepresst, um als jemand in Erinnerung zu bleiben, der er fraglos war: einer der besten Basketballer aller Zeiten.

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Marburg. Mit 60 Punkten und einem der raren Lakers-Siege war es ein Karriereende wie gemalt.

Und dennoch: Eigentlich hat die „Black Mamba“ den richtigen Zeitpunkt verpasst, von seinem geliebten Sport zu lassen. Seit dem letzten Titelgewinn im Jahr 2010 ging es stetig bergab mit den Lakers. Wie der Aufschwung des NBA-Traditionsteams um die Jahrtausendwende war auch der Niedergang eng verknüpft mit Bryant. Der Egomane, für den die eigene Leistung immer das Wichtigste war, ließ keinen Platz für andere Superstars. So viel Eigensinn geht nur gut, solange auch Erfolge da sind. In den vergangenen drei Spielzeiten kämpfte Bryant mehr mit seinem geschundenen Körper als mit Gegnern auf dem Platz. Und wenn, gab er oft ein mitleiderregendes Bild ab. Gleichwohl war er der Topverdiener und Alleinherrscher bei den Lakers, die in dieser Saison das zweitschlechteste NBA-Team waren. Bryant wurde vom Heilsbringer zum Problemfall, weil er Topverdiener und Alleinherrscher bei den Lakers blieb und dem Umbau des Teams im Weg stand. Jetzt hört er auf. Es war an der Zeit.

von Holger Schmidt

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