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Einige sind gleicher

Einwurf Einige sind gleicher

Die Champions League beschert den Fußball-Fans echte Highlight-Spiele. Sie ist aber auch ein Produkt, das die finanziellen Interessen der Topklubs bedient. Die Kritik von Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen ist deshalb gerechtfertigt.

Marburg. Heribert Bruchhagen baut schon einmal vor. "Dadurch, dass die Champions League bei den Einnahmen für eine derart große Spreizung sorgt, werden zehn Traditionsvereine in den nächsten Jahren immer in der Nähe der Abstiegsränge stecken", sagte der Eintracht-Boss in einem FAZ-Interview. Das klingt resigniert, ernüchtert, fatalistisch. Die Frankfurter Fans werden das nicht gerne hören. Das Schlimme ist: Bruchhagen hat Recht.

Europas Spitzenklubs haben mit Hilfe der Uefa ein System geschaffen, das ihnen Planungssicherheit garantiert, weil es praktisch undurchlässig ist. Die immer gleichen Klubs scharen sich um die Geldtöpfe und greifen ungeniert zu. Den Anschluss schaffen können nur Werksklubs wie Wolfsburg und Leverkusen oder durch andere potente Geldgeber subventionierte Vereine. Das einmalige Erreichen der K.o.-Runde in der Europa League ist dagegen nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Bundesliga durchläuft mit etwas Verspätung die Entwicklung, die es in Spanien, England und Italien gab. Eine Umkehr wird es nicht geben. Chancengleichheit würde den wirtschaftlichen Interessen der Topklubs zuwider laufen. Deshalb ist sie weder vorgesehen noch gewünscht.

von Holger Schmidt

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