Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Ein Dilemma für Joachim Löw

Einwurf Ein Dilemma für Joachim Löw

Die Nachricht war ein Paukenschlag: Philipp Lahm hat seine Karriere in der Nationalmannschaft nach seinem 113. Länderspiel, dem WM-Finale gegen Argentinien, beendet. Der Kapitän geht von Bord - aus freien Stücken.

Marburg. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Ist dem Bayern-Star die Belastung nach zehn Jahren in der DFB-Auswahl zu groß geworden? Hatte er die Diskussionen über seine „richtige“ Position satt? Oder wollte er sich eine demütigende Demontage ersparen, wie sie sein Vorgänger Michael Ballack erlebte? An dessen Entmachtung übrigens wirkte Lahm kräftig mit. Nach der Verletzung Ballacks rückte der DFB-Liebling bei der WM 2010 zum Kapitän auf - und wollte die Binde danach partout nicht mehr hergeben.

Außer dem kurzzeitigen Wirbel um seine Biographie „Der feine Unterschied“ blieb dies bis jetzt aber die einzige Eskapade im Fußballerleben des Philipp Lahm. Der stille Musterschüler ist keiner, der aneckt. Was ihm seine wenigen Kritiker vorwarfen, die in ihm keinen Typen sahen, der die DFB-Elf zu Titeln führen kann. Philipp Lahm hat sie zum Verstummen gebracht in Brasilien. Jetzt tritt er ab, als bester Rechtsverteidiger der Welt, auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Das gelingt nicht vielen.

Also: Hut ab vor der Entscheidung! Wenngleich sie Fußball-Deutschland in ein Dilemma stürzt. Und Joachim Löw natürlich auch. Wobei: Was wäre, wenn der Bundestrainer dem Beispiel seines Kapitäns folgt?

von Holger Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Einwurf