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Der einzige Vorteil

Einwurf Der einzige Vorteil

Für die unterklassigen Vereine, die ja schon in der Regionalliga längst keine Amateure mehr sind, ist es der Höhepunkt des Jahres, wenn ihnen das Los im DFB-Pokal den FC Bayern oder Borussia Dortmund beschert.

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Der Biss fehlt

Marburg. Das bringt Einnahmen, die manchmal ausreichen, um den Etat für eine ganze Saison zu decken. Für die Profiklubs sind die Gelder, die es in den ersten Pokalrunden gibt,dagegen nur Peanuts. Deshalb würden die Erstligisten gerne mit einem Freilos in den Wettbewerb starten - das erspart ihnen die lästige Reise zuBezirkssportanlagen und mitunter gar die Peinlichkeit des Ausscheidens.

Nun stehen sich also zweiInteressen diametral gegenüber: Die von den Profis und der DFL gerne ausgeweitete Planbarkeit gegenüber der Unvorhersehbarkeit des Spielausgangs, auch Pokalsensationen genannt. Auf die hofft der DFB, denn sie sind das Salz in der Suppe und machen den Wettbewerb erst so richtig attraktiv. Präsident Reinhard Grindel tut deshalb gut daran, sich gegen den Vorstoß der Profiklubs zu wehren, die mit derlei Ideen die längst erkennbare Entfremdung der Fußballfans von ihrem Lieblingssport weiter vorantreiben.

Ein Dorn im Auge sind den Profis auch die Sportplätze, auf die sie ihre millionenschweren Füße stellen sollen. Wer einen vom Greenkeeper topgepflegten Rasenteppich gewöhnt ist, tut sich auf dem „Acker“ eben schwer, auf dem Millionen Hobbykicker Woche für Woche ihrer Leidenschaft nachgehen. Nun war der Platz in Lotte tatsächlich unbespielbar und ein Gesundheitsrisiko. Mit dem Ruf nach einer örtlichen Spielverlegung sollte man aber vorsichtig sein. Der Heimvorteil ist eigentlich die einzige Chance für die „Kleinen“. Und der gierig durchkommerzialisierte Profifußball hat seiner Basis in den letzten Jahrzehnten ohnehin schon zu viel genommen.

von Holger Schmidt

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