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Der Letzte seiner Art

Einwurf Der Letzte seiner Art

"Ich glaube nicht, dass nur gute Spieler eine Mannschaft verbessern. Ich glaube, dass Spieler, die gewinnen wollen, eine Mannschaft verbessern." Diego Simeone hat das gesagt, kurz nachdem er den Trainerposten bei Atlético Madrid übernommen hatte.

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Marburg. Die Sätze enthüllen viel über den Argentinier, darüber wie er Fußball denkt und wie er ihn spielen lässt. Simeone ist der Gegenentwurf zu Pep Guardiola, der die Cruyff‘sche Idee des schönen Spiels einst beim FC Barcelona und zuletzt beim FC Bayern München beinahe bis zur Vollendung perfektionierte. „Ich habe mich fast verliebt“, sagte Simeone unmittelbar nach dem Halbfinal-Triumph, wohlgemerkt über die Spielweise der Bayern. Aber nicht Guardiola greift nun nach dem Titel in der Champions League, sondern er. Und man kann sicher sein: Simeone wird alles für den Erfolg tun. Er wird so an der Seitenlinie herumtoben, dass selbst Jürgen Klopp wie ein sedierter Schachspieler wirkt. Vielleicht wird er sogar handgreiflich, vielleicht animiert er seine Spieler zu Zeitspiel und anderen miesen Tricks. Das polarisiert, und die meisten Fans, die es nicht mit Atlético halten, dürften Simeone - vorsichtig formuliert - nicht mögen. In der glattgebügelten Profiwelt ist der rüpelhafte Prolet auf jeden Fall eines: der Letzte seiner Art.

von Holger Schmidt

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