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Bitte keine Gähn-Liga!

Einwurf Bitte keine Gähn-Liga!

Da haben die beiden Bundesliga-Aushängeschilder ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Allerdings werden sich Real Madrid und der FC Barcelona davon wohl kaum ins Boxhorn jagen lassen.

Marburg. José Mourinho war sogar extra in Fürth, um sich selbst ein Bild vom Champions-League-Gegner Borussia Dortmund zu machen. Den Weg hätte sich der exzentrische Trainer-Guru der „Königlichen“ sparen können. Der BVB nahm den angehenden Zweitligisten im ehemaligen Playmobil-Stadion so leicht auseinander wie Kinder die Spielsteine. Im Trainingsspiel erlebt der BVB mehr Gegenwehr. Neue Erkenntnisse wird Mourinho jedenfalls nicht gewonnen haben. Dass Götze kicken und Lewandowski Tore schießen kann, dürfte er vorher schon gewusst haben. Und Bayerns Elf wird gegen Barça auch ein völlig anderes Gesicht haben als jene B-Mannschaft der Bankdrücker, die sich gegen harmlose Nürnberger so richtig austoben durfte.

Was die Euphorie um Dortmund und vor allem die Bayern trübt: Selbst Mittelmaß-Mannschaften wie Nürnberg sind gegen München hoffnungslos überfordert. Dass sich Qualität durchsetzt und nach 34 Spieltagen ganz oben steht, ist ja unbestritten völlig in Ordnung. Die Dominanz ist jedoch beängstigend groß, die Schere geht durch die Champions-League-Millionen immer weiter auseinander. Für Fans, die nicht Bayern-Anhänger sind, geht die langweiligste Saison aller Zeiten zu Ende - zumindest, was das „Titelrennen“ angeht. Ich hoffe, dass es eine Ausnahme bleibt. Spanische Verhältnisse können schließlich nicht im Interesse der Vereine sein. Denn sonst wird die Bundesliga, deren Markenzeichen immer die Ausgeglichenheit war, über kurz oder lang zur Gähn-Liga.

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