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Einwurf Auftragsgemäß

Keine Champions League mehr im Free-TV. Ist das schlimm? Beim Wettbieten nicht mehr mitzumachen, war auf jeden Fall eine gute und richtige Entscheidung des ZDF. Im Sinne des Gebührenzahlers.

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Marburg. Der Fußballsport hat in Deutschland eine enorme gesellschaftliche Bedeutung. Das spiegelt sich allein darin wider, dass WM- und EM-Spiele der Nationalmannschaft live im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden und auch zumindest Ausschnitte der Bundesliga bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in der Sportschau oder im Sportstudio laufen. Im Rundfunkstaatsvertrag ist sogar verankert, dass Spiele „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ nicht nur im Pay-TV übertragen werden dürfen, was von einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs gestützt wird.

So wichtig die Champions League auch für viele Fans sein mag - es gibt kein Grundrecht auf die Übertragung von Spielen der Königsklasse. Schließlich handelt es sich um Interessen einzelner Gruppen. Anhänger von Bayern München oder Borussia Dortmund werden sich damit abfinden müssen, künftig für ein Sky-Abo zahlen zu müssen, sofern sie es nicht ohnehin schon tun.

Dass die Öffentlich-Rechtlichen aus dem teuren Poker um Übertragungsrechte ausgestiegen sind, ist gut und richtig. Durch die - zwangsweise erhobenen - GEZ-Gebühren sollte das ZDF nicht eine ohnehin schon privilegierte Minderheit von Fußballklubs alimentieren. Das eingesparte Geld sollte besser genutzt werden: Weg vom kommerzialisierten Premium­produkt Fußball, hin zu anderen Sportarten, die immer mehr an den Rand gedrängt werden. Das würde auch dem Auftrag der öffentlichen Meinungsbildung entsprechen.

von Holger Schmidt

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