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Arme Fifa!

Einwurf Arme Fifa!

Ein wenig erinnert Joseph Blatter an Gerhard Schröder, der am Wahlabend 2005 in der Elefantenrunde sinngemäß erklärte: Ich geh‘ nicht, ich bleibe Kanzler, basta! Auch der Fifa-Boss will seinen Platz partout nicht räumen.

Marburg. Der feine Unterschied: Im Gegensatz zum Altkanzler wird der Schweizer aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht abgewählt werden. Zwar will Michel Platini bei der Wahl im nächsten Jahr nicht für Blatter votieren - ob sich der Uefa-Präsident aber als Gegenkandidat aufstellen lässt, ist längst nicht sicher. Zumal diverse Vorstöße aus Europa scheiterten, Blatter vom Thron zu stoßen. Egal ob direkt mit der Rücktrittsforderung aus England oder indirekt mit einer Altersbegrenzung, wie es der DFB versuchte. Ob die europäischen Verbände den Mut haben, bei ihrer Anti-Blatter-Linie zu bleiben? Wohl kaum.

Im Gegenteil: Blatter ging aus dem Fifa-Kongress vor WM-Beginn als strahlender Sieger hervor. Geschickt schaffte er es, sich als Mann der Zukunft zu präsentieren - mit 78 Jahren. Die außereuropäischen Verbände kauften dem Machtmenschen seine Vorstellung ab und wollen weitermachen wie bisher. Also mit Filz, Wahlgeschenken, einem ramponierten Image und Sepp Blatter an der Spitze. Arme Fifa!

von Holger Schmidt

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