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An die eigene Nase fassen

Einwurf An die eigene Nase fassen

Die Enttäuschung ist groß nach dem WM-Aus der deutschen Handballer. Gegen Katar. Ein Team, das vor einigen Jahren noch milde belächelt wurde. Die Schuld für das Ausscheiden muss die DHB-Auswahl bei sich selbst suchen.

Marburg. Es waren nicht die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Es war nicht der Umstand, dass Katars Mannschaft ein Haufen eingebürgerter Spieler aus aller Herren Länder ist. Es war die Unentschlossenheit und die schwache Chancenverwertung.

Man kann anführen, dass eine angebliche Siegprämie von 100000 Euro und eine zugesicherte lebenslange Rente für das Erreichen des Halbfinals als Motivation für das Team Katars nichts mehr mit Sportsgeist zu tun hat. Aber auch das Argument zieht nicht. Denn wenn es im Welthandball nicht um viel Geld ginge, wäre die DHB-Auswahl gar nicht erst bei der WM dabei gewesen. Nach der verpassten Qualifikation war sie erst auf fragwürdige Weise für Australien nachgerückt. Dass das nichts mit zahlungskräftigen deutschen Sponsoren zu tun hatte, glaubt auch nur, wer Katar für einen demokratischen Rechtsstaat hält.

Jetzt rettet das Sigurdsson-Team keine Wildcard mehr. Die Mannschaft hat aber viel Freude bereitet und kann stolz sein, den Handball wieder in den Blickpunkt gerückt zu haben. Diesen Eindruck sollte sie nicht zunichte machen, indem sie die Schuld bei anderen sucht.

von Holger Schmidt

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