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Alles beim Alten

Einwurf Alles beim Alten

Die Überraschung ist ausgeblieben, Machtmensch Thomas Bach ist am Ziel. Doch was bedeutet die Wahl des 59-jährigen Juristen zum IOC-Präsidenten?

Marburg. Eine klare Antwort gibt es nicht. Denn für was Bach steht, ist nur schwer zu greifen. Er selbst übrigens auch, was ihm von der Journalistenvereinigung „Netzwerk Recherche“ den Negativpreis „Verschlossene Auster“ einbrachte. Eine Stellungnahme zur viel diskutierten Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ blieb Bach beispielsweise schuldig. Seine Haltung zum Doping: Strenge Anti-Doping-Kontrollen ja, aber bitte kein Anti-Doping-Gesetz. Der zunehmenden Kommerzialisierung im Sport steht das FDP-Mitglied dagegen positiv gegenüber.

Funktionär Bach versteht es, seine Meinung der jeweiligen Stimmungslage anzupassen und Menschen für sich einzunehmen. Seine Kontakte in die Wirtschaft hat der Fecht-Olympiasieger von 1976 später als Berater für Adidas und Siemens stets gepflegt. Insbesondere zum einflussreichen kuwaitischen Scheich Ahmad Al-Sabah, der bei der IOC-Wahl als entscheidender Strippenzieher galt. Jetzt ist Bach seit 2006 auch Präsident der Ghorfa, einer umstrittenen Handelsorganisation, die deutschen Unternehmen den Weg in den arabischen Markt ebnen will. Dass sein „Vize“ dort aus Kuwait kommt, muss kein Zufall sein

Auf das Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ verstand sich Bach bei seinem systematischen Aufstieg jedenfalls gut. Und so muss die Antwort auf die eingangs gestellte Frage wohl lauten: Bachs Wahl bedeutet, dass alles so bleibt, wie es war.

von Holger Schmidt

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