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Einwurf Abschalten!

Deutlicher hätte Christian Seifert nicht zum Ausdruck bringen können, wie weit ihm die Belange der Stadionbesucher am Allerwertesten vorbei gehen.

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Marburg. Nach der inhaltsleeren „Ich nehme die Sorgen sehr ernst“-Floskel sagte der DFL-Geschäftsführer den entlarvenden, alles entscheidenden Satz: „Aber klar ist, dass die Rechtevergabe im Vordergrund steht.“ Dafür gab es prompt Lob von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, der Seifert als „besten Mann“ pries, den Deutschland in Sachen Vermarktung zu bieten habe. Womit auch klar wäre, dass nicht nur Liga, sondern auch Vereine (zumindest der Branchenführer) den Fan lieber vor dem TV-Gerät als im Stadion sehen. Da macht er einfach weniger Arbeit.

In Zeiten, wo sogar Nachrichtensender n-tv mit der Liveübertragung eines U-21-Länderspiels in die Fußballberichterstattung eingestiegen ist, werden sich ganz sicher Sender finden, die horrende Summen für Montagsspiele oder Partien am Sonntagmittag ausgeben. Die Anhänger bleiben auf dem Weg in neue TV-Geld-Sphären also auf der Strecke.

Andererseits bietet sich dem Fan auch eine Chance. Er muss jetzt nur seine Macht nutzen. Der Besuch von Spielen des Amateurvereins von nebenan am Sonntag oder ein Familienabend am Montag wären schöne Alternativen zur Bundesliga. Und ein Zeichen: Denn erst wenn die Einschaltquoten sinken, könnte es zu einem Umdenken bei den Vereinen kommen. Die Fans sollten sich ans Motto des verstorbenen „Löwenzahn“-Moderators Peter Lustig halten - und einfach abschalten.

von Holger Schmidt

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