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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

erst wollte sie nicht reizen. Dann versuchte sie, durch Durchleben (fast) aller Phasen der Trauer ihre beiden Skatkumpanen davon zu überzeugen, den Ramsch zu streichen und sie Grand Hand spielen zu lassen.

Die Kenner werden es erkannt haben: Es geht um eine Skatrunde, in der eine junge Frau die Regeln biegen wollte. In etwa so, wie wenn der VfL Neustadt ein Fußballspiel gegen Bayern München austragen soll und unmittelbar nach dem Anpfiff angesichts der Zwecklosigkeit des Unterfangens dafür plädiert, sich doch im Handball zu messen.

„Nein, das kann nicht sein. Jetzt reizt endlich“, hatte sie in der Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollens gerufen, um direkt in die Phase des Zorns zu wechseln mit dem Hinweis: „Ihr Blödmänner.“ Eine Sekunde später folgte die Phase des Verhandelns: „Ich spiel Grand Hand. Das geht bei einem Ramsch.“ Als auch das nur schallendes Gelächter auslöste, folgte die Phase der Depression: „So unfair. Ich bin nur am Verlieren und fresse doch auch jetzt wieder die Punkte.“ Gut, Phase fünf - die Akzeptanz - erreichte das Mädel bisher nicht. Dafür entwickelte sie die neue Trauerphase Trotz: „Nochmal spiel ich nicht mit Euch.“ Mal sehen, wann die in der Psychologie Einzug hält.

Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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