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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

zwei Tage ohne Handtelefon - das ist für Jugendliche kaum aushaltbar. Freund Erics Tochter, die dieses Schicksal ereilte, ertrug die Zeit der Abstinenz dennoch ohne Murren.

Aber es war ja auch keine Strafmaßnahme, die die Zehnjährige aus der virtuellen Welt fernhielt. Es war der eigene Fehler, denn sie hatte ihr Handy unter Wasser gesetzt und musste daher zwei Tage des Hoffens und Bangens ertragen. Das Mädel war durchs Badezimmer marschiert und hatte den Blick nicht vom Bildschirm abwenden können. Dabei übersah sie ein Hindernis, stolperte und - Achtung Blue Dolphins in Marburg, hier gibt es scheinbar Nachwuchs für Eure Frauen-Bundesliga-Mannschaft - verlor ihr Handy, das quer durch den Raum exakt in die Kloschüssel flog. Ein Weltklasse-Dreier, der so manchen Profibasketballer neidisch gemacht hätte.

Jetzt noch Großväterchens Haushaltstipp: Wird ein Handy nass, dann schnell den Akku und die Karte rausnehmen und den Apparat in einen Beutel mit Reis packen. Die Körner nehmen im besten Fall die Flüssigkeit auf. Es ist quasi wie beim Salzstreuer, nur ohne das klümpchenfreie Rieseln am Ende.

Gut, dass Freund Eric diesen Geheimtipp schon kannte, denn so rettete er seiner Tochter den Tag und das Telefon. Und dann war der Kerl sogar noch schlau genug, den mit Wasser vollgesogenen Reis wegzuwerfen: Eau de Toilette mag ja ganz gut riechen, aber für die Zubereitung von Essen ist es schlicht ungeeignet.

Ach, und noch ein kleiner Hinweis zu der Heldin unserer Geschichte: Die hält sich nun also ein Telefon ans Ohr, das schon mal im Klo lag. Und trägt eine Wintermütze auf dem Kopf, die sich an gleicher Stelle befunden hatte. Böse Zungen würden sie jetzt als Toilettentieftaucherin bezeichnen.

Das tun wir aber nicht. Wir sagen lieber: nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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