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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

die Amöneburger Stadtverordnetenversammlung ist ein steter Quell der Freude. Auch am Montag haben die Jungs und Mädels wieder nach allen Regeln der Kunst herumgekalauert.

Den Auftakt machte Häuptling Immernochrote Feder. Als Hecks Stefan um Punkt 18.30 Uhr mit einem Klingeln die Sitzung eröffnen wollte, verließ der Bergkönig mit dem Telefon am Ohr den Saal, um einen Anruf zu tätigen. Dem Stadtverordnetenvorsteher blieb nix anderes übrig, als fragend hinterherzuschauen, abzuwarten und eine Theorie aufzustellen: Seine fehlende Durchschlagskraft müsse dran liegen, dass ihm nicht die übliche Glocke zur Verfügung stand, sondern er sein Wasserfläschchen erklingen lassen musste, um die Sitzung beginnen zu lassen. Oder zumindest zu probieren, die Sitzung zu eröffnen.

Glaube, da gab es auch einmal eine Studie dazu. Irgendwas mit dem Pawlowschen Kommunalpolitiker, der sich beim Erklingen einer Glocke sofort hinsetzt und anfängt zu sabbeln, um der Opposition Contra zu geben.

Apropos geben: Der Heckenschütze feuerte mit seiner zweiten Theorie zum Verlassen des Saals auch noch eine kleine Sarkasmussalve hinter dem Bürgermeister her: Könnte ja sein, dass er rausgeht, um diesmal wirklich sein Parteibuch abzugeben, munkelte er in Bezug auf Plettis Ankündigung, die dieser dann doch nicht umgesetzt hatte.

Womit wir bei Wiebers Dirk wären, der eine Vermutung hat, was mit der verschwundenen Glocke passiert ist: „Die Glocke weg? Bei uns? Dann hat sie bestimmt jetzt eine Kuh um.“

Gehe davon aus, dass die Kuh auch die Blumen gefressen hat, die Damms Irene für ihre Tätigkeit als Schriftführerin der Versammlung bekommen sollte. Die fehlten nämlich, als dem Irenchen am ­Ende für ihren Einsatz gedankt wurde.

Gefehlt haben übrigens auch die extra angeschafften Mikrofone, mit denen die Fraktionsvorsitzenden ihre Meinung öffentlichkeitswirksam kundtun können. War aber angesichts von null zahlenden Zuschauern auch egal.

„Es geht bergab“, kommentierte der Stefan. Tut es nur, wenn man aus der Kernstadt wegfährt, meine ich. Die Stadt hat schließlich bald wieder ein bisschen Geld in der Kasse. Schon jetzt konnte sie es sich schließlich leisten, kleine Minischokonikoläuschen auf den Tischen zu verteilen. Da kann doch nur alles gut werden. Und nix mehr ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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