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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

sind die schönsten Geschenke nicht die, mit denen man nicht rechnet? Klar, ein Liebhaber materieller Dinge, der zu Weihnachten das gewünschte Auto erhält, wird mir nicht zustimmen.

Rede hier aber eher von kleinen Aufmerksamkeiten, die im hektischen, dank der virtuellen Möglichkeiten immer unpersönlicher werdendem Alltag zeigen, dass es doch ein Miteinander gibt.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte, die mir Müllers Kornelia erzählt hat. Es ist nun gut eine Woche her, da stand das Mädel am Neustädter Bahnhof und wollte nach Hause ins schöne Stadtallendorf fahren. Zwei Zwanziger hatte es in der Tasche und versuchte, sich damit eine Fahrkarte zu ziehen.

Doch irgendwas kommt einem ja fast immer dazwischen, wenn man auf Schienen unterwegs sein will. Zugverspätungen waren diesmal kein Hindernis. Wohl aber der Automat, der die Scheine nicht annehmen wollte.

Verzweiflung machte sich bei Kornelia breit. Ohne Fahrschein fahren - das würde ja nicht gehen. Da erspähte sie einen älteren Mann, der den Fahrplan studierte. Sie fragte ihn, ob er ihr Geld wechseln könnte.

Aber natürlich: Konnte er nicht. Griff jedoch in sein Portemonnaie, fischte 2,50 Euro heraus und gab sie ihr. Wohl mit den Worten: „Heutzutage wird so viel verschenkt, da schenke ich Ihnen das auch mal.“

Kornelia war völlig platt, stammelte ein paar Worte des Dankes und erklärte mir später: „Eigentlich war ich sprachlos. Ich wusste gar nicht, was ich sagen soll.“

Nun, bei Eurem Karl ist das anders. Der weiß immer, was er sagen soll. Diesmal ist es: Mehr davon, bitte. Seid nett zueinander und helft Euch gegenseitig - auch wenn nicht gerade Weihnachten ist. Kleine Gesten können eine große Wirkung haben!

Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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