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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

ein Freund von mir war jetzt zwei Jahre lang als Trainer einer Sportmannschaft tätig. Ein Posten, den er vor gut 15 Jahren schon einmal innehatte.

Jetzt schmeißt er die Brocken hin. „Schnauze voll“, erklärte er mir neulich beim Feierabendbier kurz und knapp, um dann doch noch ein paar Erklärungen hinterherzuschieben. Er wagte den Vergleich mit der guten, alten Zeit. Einst hätten die Spieler noch Respekt gehabt. Zunächst im Training, wenn er Übungen erklärte. Mehr oder weniger andächtig wurde zugehört, um dann die Anweisungen vom Experten - der sich im Vorfeld ja einige Gedanken gemacht hatte - umzusetzen. Heute weiß jeder, wie es besser gehe, schimpfte er. Vor allem die Worte: „Ja, aber“ treiben dem Jungen die Zornesröte ins Gesicht.

Noch schlimmer aber findet er, dass Bankspieler ständig jammerten. Erst hintenrum bei Mitspielern schlechte Stimmung verbreiten und dann irgendwann, nach genügend erheuchelter Bestätigung, zum Trainer gehen und mehr Spielzeit fordern. „Ich bin doch viel besser als“, sei einer der schlimmsten Sätze, die er je gehört habe, ärgert sich mein Kumpel. Vor allem aus dem Mund von Spielern, die kaum geradeaus laufen könnten.

Habe vorgeschlagen, das Team möge künftig alle Entscheidungen demokratisch per Abstimmung treffen. Man könnte jetzt einwerfen: „Ja, aber das wird schwierig.“ Meine Wenigkeit sagt da nur: „Ja, aber nix für ungut“,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher