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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

Diese Lateiner! Fluten den Berg, um ein paar Tage lang miteinander Lateinisch zu quatschen, zu dichten, zu singen und zu kochen.

Das Singen bekomm‘ ich ja als alter Chorknabe noch hin, aber Small Talk auf Latein? Da verstehe ich noch nicht mal Bahnhof. Meine Lateiner-Karriere bekam den entscheidenden Knacks, als in der Jahrgangsstufe neun unser gesamter Klassenverband eine halbe Stunde brauchte, um diesen so harmlos klingenden Satz zu übersetzen: „Num amicum meum reprehendere audes.“ Hatte fortan - neudeutsch ausgesprochen - null Bock auf diese Sprache und quälte mich zum großen Latinum. Dank milde gestimmter Altphilologen, die selbst meine haarsträubende Livius-Übersetzung für die Abi-Klausur noch mit „ausreichend“ bewerteten. Die einzige Latein-Leistung, derer ich heute noch fähig bin: Kann Euch den lateinischen Text des Mozart-Requiems auswendig vorsingen: Dies irae, dies illa, solvet saeclum in favilla: teste David cum Sibylla. Quantus tremor est futurus, quando judex est venturus, cunta stricte discussurus . . . Aber das wollt Ihr sicher nicht hören. Ehe Euch der unheilige Zorn packt, höre ich auf - mit einem nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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