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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

würde ja nie Witze machen, wenn sich ein 71-Jähriger einen Fußmarsch ersparen will und stattdessen einen Weg im Auto zurücklegt.

Eine Ausnahme gibt es da allerdings: Wenn es sich bei dem 71-Jährigen um den Vorsitzenden eines Wandervereins handelt.

Würde so einer nie machen, sagt Ihr? Oh doch, sagt Euer Karl. Und zwar einer, den wir über alle Maße gern haben: Nothvogels Ludwig! Da stand er am Mittwoch bei einer Vernissage im Neustädter Rathaus. Eine Nadel am Revers, die er für 40000 erwanderte Kilometer bekam. Und sein typisch fröhliches Grinsen im Gesicht.

Beinahe wäre er nochmal heimgefahren, erklärte er mir während einer Unterhaltung vollmundig - was mich natürlich stutzig machte. Der Ludwig lebt nämlich ganz in der Nähe des Rathauses. Quasi einmal quer durch den Park - was vielleicht 300 Meter sind.

Fragte also nach und bekam die Antwort: Er habe sich beeilen müssen. Was Stutzigkeitsanfall Nummer zwei auslöste: Neustadts Hauptverkehrsstraße ist Baustelle. Wer dieser ausweicht, muss sich durch kleine Gassen schlängeln - und das kann keinesfalls schneller gehen als ein Fußmarsch durch den Park.

Wie dem auch sei. Plädiere nun dafür, dass der Ludwig seine typische Verabschiedungsfloskel ändert. Könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft statt „Gott zum Gruß und gut zu Fuß“ etwa heißt „Gott zum Gruß, nur nicht zu Fuß“, oder vielleicht „Ludwig grüßt die Wandernden, zu Fuß gehen nur die anderen“. Oder so: „Wanderer sind mir egal, wer schnell sein will, tritt s Gaspedal.“ Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher