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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

manchmal lässt einen die Heimat nicht los. Nicht einmal im Urlaub. Einem Kumpel von mir ging es so. Der saß wohl irgendwo in Südfrankreich am Strand einer Stadt und lachte sich halb schlapp. Ohne dass irgendwer wusste, warum.

Er hatte zwei Flugzeuge beobachtet, die mehrfach auf dem Meer gewassert waren, nur um sogleich kräftig zu beschleunigen und wieder abzuheben. Aha, üben Landung und Start, dachte sich mein Kumpel - doch er irrte. Nachdem die Flieger nämlich vom Wasser abgehoben hatten, flogen sie noch kurz, öffneten dann die Schleusen und ließen viele Tausend Liter des kühlen Nass‘ wieder dahin ab, wo sie es hergehabt hatten. Waren also Rettungsflieger, die für den Ernstfall übten.

Das wäre doch auch was für Neustadt, dachte der Jung‘ sofort - die Stadt muss doch ohnehin bald ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr kaufen. Könnte sie sich sparen und direkt ein Flugzeug nehmen, das dann im Notfall einfach mal kurz im Bürgerpark runtergeht, dem „See“ dort das Wasser abzapft und anschließend zur Brandstelle düst.

So ließen sich auch die Stadtteile versorgen. Gut, da sollte der Pilot bei den Teichen etwas Vorsicht walten lassen: In Speckswinkel müsste er auf die zahlreichen asiatischen Enten aufpassen - die sich andererseits über offenem Feuer bestimmt auch gut machen würden. Süß-sauer - einfach lecker. In Mengsberg hieße es, genau zu zielen - der Kontakt mit Zaun oder Betoneinfassung des Teiches könnte sich als ungesund erweisen. In Momberg wäre die meiste Vorsicht angeraten - der Teich ist schließlich erst neu gestaltet worden.

Obwohl, wo hier von Momberg die Rede ist: Vielleicht wäre die Neuanschaffung doch nichts. Hatte als Pilot nämlich über Launers Michael nachgedacht. Wer einen Rasenmäher von Ferrari fährt, kann ja bestimmt auch mit einem Flugzeug umgehen. Aber: Unser Ober-Karnevalist hat ja gerne mal Schabernack im Sinn. Sehe ihn schon vor mir, wie er nachts immer wieder Wasser aus dem Teich holt und es über Momberg ablässt. So lange, bis das Dorf zum Sumpfgebiet wird. Und die Ranzemänner endgültig zu Bibern werden.

Naja, soll nicht mein Problem sein. Nun muss die Stadt entscheiden, ob Brandschutz durch die Luft was für sie ist oder nicht. Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher