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Liebe Leute,

Ortsdiener Karl Liebe Leute,

Horhäusers Frank ist ein beliebter, stets gut gelaunter Zeitgenosse. Selten lässt der Kirchhainer eine Feier aus. Dieser Tage feierte er sich dann gleich auch selbst, denn er hat die 45 Lenze vollgemacht.

Freunde, Verwandte und Bekannte hatte er an den Baggersee eingeladen. Um ihnen etwas Besonderes zu bieten, lies das Leckermäulchen ein Buffet aufbauen – unter dem Motto „Döner zum Selberbauen“. Eigenleistung wird ja heutzutage gern gesehen. Vor allem in finanzschwachen Städten. Aber ich schweife ab.

Gurke, Tomate, Zwiebeln, Fladenbrot, verschiedene Krautarten und Saucen – all das stand bereit. Und auch an Kalb- und Hähnchenfleisch von einem heimischen Döner-anbieter fehlte es nicht. Doch, zu Franks Überraschung, zu früher Stunde war das Fleisch bereits verzehrt – und das, obwohl er 13 Kilo bestellt hatte.

Seine Gäste nahmen es mit Humor und bekamen Applaus von den Kühen und den Störchen nahe der benachbarten Radenhäuser Lache, da sie sich fortan mit vegetarischem Döner den Bauch vollschlugen. Den ein oder anderen Spruch konnten sich die Gäste aber nicht verkneifen.

Tja, der Frank musste also leiden. Und das wurde noch viel schlimmer, als er am nächsten Tag beim Aufräumen die Warmhaltebehälter säubern wollte. In einer Styroporkiste entdeckte er unter einem Deckel, der wohl als doppelter Boden fungierte, noch einige Kilo des köstlichen Fleisches. Vermutlich hatte jemand, der es gut meinte, den Gaumenschmaus von ursprünglich zwei auf drei Behälter verteilt, um das Fleisch besser warm zu halten.

Naja, nun heißt es Reste essen. In dieser Woche ist für Frank und seine Familie wohl jeder Tag ein Dönerstag.

Und nix für ungut,

Euer Ortsdiener Karl

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Von Redakteur Florian Lerchbacher