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LIEBE LEUTE,

LIEBE LEUTE,

stolperte die Tage bei der Lektüre eines amtlichen Dokuments über ein mir unbekanntes Wort: „Bowle-Bahn“ stand dort geschrieben.

Weiß durchaus, was Bowle ist: Ein zu recht aus der Mode gekommenes Gesöff, für das minderwertige Alkoholika in ein goldfischglasähnliches Gefäß gekippt werden, wo sie eine verhängnisvolle Liaison miteinander eingehen. Aber was ist eine „Bowle-Bahn“? Stelle mir eine Reihe von sechs Stehtischen vor, auf denen für zwei Wettkämpfer je zwei Tässchen Waldmeister-Bowle stehen. Wer die geleert hat, muss am Ende der Bahn das Wort Bowle unfallfrei auf eine Tafel schreiben. Gelingt das beiden Kontrahenten geht die Sache in die Verlängerung.

Nur blöd, dass besagte „Bowle-Bahn“ auf einem Spielplatz liegen soll; da passt die wettkampfmäßige Vernichtung von Bowle nun wirklich nicht hin. Vielleicht ist ja eine Bowling-Bahn gemeint; die liegt ja lautmalerisch gleich um die Ecke. Aber so ein empfindliches Teil in Gottes freier Natur? Das kann nicht gut gehen.

Da fällt mir nur noch die Boule-Bahn ein. Boule, das ist ein Spiel, bei dem Menschenkinder mit unnatürlicher Handhaltung Metallkugeln auf ein Schweinchen werfen. Ehe nun Peta-Aktivisten die Redaktion mit Anrufen überziehen: Bei dem Schweinchen handelt es sich nicht um ein kleines Borstenvieh, sondern um eine garantiert schmerzunempfindliche Holzkugel. ‘Ne Boule-Bahn würde also auf den Spielplatz passen, aber wie kommt dann die „Bowle-Bahn“ in ein amtliches Dokument? Mutmaße mal, dass der Autor vor dem Verfassen etwas zu tief ins Bowle-Glas geschaut hat. Nix für ungut,

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