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LIEBE LEUTE,

LIEBE LEUTE,

es gibt Neuigkeiten vom Stammtisch: Wir haben einen (sehr kleinen) Uli Hoeneß in unserem Städtchen.

Der Freund, dessen Namen ich diskret verschweige, offenbarte sein fiskalisches Problem während unserer Samstagsrunde. Der gute Mann hatte geerbt, was ja unabhängig vom traurigen Anlass für dieses Ereignis so schlecht nicht ist. Das Problem unseres Freundes: Zum Erbe gehört das Guthaben eines Schweizer Kontos, dessen Zinserträge der Verstorbene - Ihr ahnt es schon - hierzulande nicht versteuert hat. Unser an diesem Umstand völlig schuldloser Erbe muss nun dem Finanzamt die Zinsgewinne der letzten zehn Jahre vorlegen. Als steuerehrlicher Zeitgenosse will er das auch gern tun, doch was macht die Schweizer Bank? Sie verlangt jetzt für jeden Jahreskontoauszug 600 Euro! Und das für ein Konto, dessen Bestand unter „hübsches Sümmchen“ aber keineswegs unter „Vermögen“ firmiert. Da macht ein Kreditinstitut, das seine Pfründe als Steuerhinterzieher-, Schwarzgeld- und Geldwäsche-Paradies schwinden sieht, aus den Nöten seiner Kunden ein unverschämtes Geschäftsmodell. Wenn der Uli Hoeneß für seine 70000 Blatt Bankunterlagen auch diesen Satz bezahlt hat, ist er 42 Millionen Euro los geworden. Angesichts dieser Vorstellung wachsen bei mir die Sympathien für die Steinbrücksche Kavallerie. Nix für ungut,

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