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Irrungen, Wirrungen

Ortsdiener Karl Irrungen, Wirrungen

Teufel, Teufel, auch Fußballfans machen es sich ja manchmal selbst schwer. Mitunter sind sie dann auch noch faustdick vom Pech verfolgt. Wochen im voraus hatte sich der Herr Abraxas, so sein Spitzname, aus der jungen Stadt im Grünen auf diesen Tag gefreut.

Es gab wohl keinem, dem der leicht ergraute, aber junggebliebene Herr nicht von diesem Ausflug in die große und weite Welt erzählt hatte. Alle haben sich mit ihm gefreut, dass er mal wieder unter die Leute kommt. Er wollte nach Mainz, zum Spiel seines FSV Mainz 05 natürlich, zum Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen. Mit dabei war ein alter Weggefährte, den sein Lebensweg in die Niederlande geführt hatte. Vorweg gesagt, er kam an, sein Freund auch. Und sie haben das Spiel auch gesehen, ist zu vermuten. Treffpunkt der beiden war der Bahnhof Darmstadt. Der Wahl-Holländer wollte den Stadtallendorfer dort aufnehmen. Der Herr Abraxas, Meister der Planung, machte sich mit der Bahn auf den Weg. Er hatte gottlob reichlich Zeit eingeplant (dachte er). Den ersten Zeitpuffer fraß die Bahn AG mit einer halbstündigen Verspätung auf, den nächsten der Käsefreund aus Leiden. Der irrte dank falsch gepoltem Navigationsgerät durch Darmstadt. Aber damit waren die Irrungen noch nicht am Ende. Gegen 14.40 Uhr klingelte bei einem Kirchhainer das Mobiltelefon. Ein Hilferuf von Freund Abraxas ging ein. Ob er ihm denn mal schnell die Stadionadresse raussuchen könne? Klar. Auf die Frage, ob er denn noch nie bei seinen Mainzern im Stadion war, erklärte Abraxas, dass er sich früher (wann auch immer das war) immer die Adresse vorher rausgesucht habe. Dieses Mal nicht. Sie haben wohl hingefunden. Und die beiden hatten nun mehrere Gründe für ein zünftiges Gelage nach der gemeinsamen sicheren Heimkehr. Bin mir sicher, es hat stattgefunden, wie immer perfekt vorbereitet und trotz Niederlage. Nix für ungut!

Euer Ortsdiener Karl

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