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Grüne brauchen Erneuerung

Kommentar Grüne brauchen Erneuerung

Das haben ihm einige nicht zugetraut: Dr. Thomas Spies, der sozialdemokratische Bewerber um die Nachfolge von Oberbürgermeister Egon Vaupel, hat nicht nur den ersten Wahlgang klar gewonnen, sondern auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der Koalition deutlich zugunsten der SPD verschoben - zu Lasten der Grünen, deren Bewerberin Dr.

Elke Neuwohner das Ergebnis von Dr. Franz Kahle von 2011 um gute 1000 Stimmen unterbot. Ihr schwaches Ergebnis ist nicht in erster Linie der Kandidatin selbst zuzuschreiben, sondern der Politik der Grünen in der Koalition - vor allem die Diskussionen um eine Windkraftanlage auf dem Lichter Küppel oder um eine Seilbahn auf die Lahnberge haben der Partei nicht gutgetan; sie hat zu oft den Anschein erweckt, als mache sie Politik über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Konsequenz: Die Grünen sind der Wahlverlierer dieser Oberbürgermeisterwahl. Sie werden sich bis zur Kommunalwahl ein Stück weit erneuern müssen - inhaltlich wie personell.

Ganz anders die Marburger Linken, deren Kandidat Jan Schalauske sogar vor Dr. Elke Neuwohner landete. Fraktionschef Henning Köster steckte gestern in der ersten Euphorie schon einmal das Ziel für die Kommunalwahl für 2016 ab: ein zweistelliges Ergebnis und die rot-grüne Mehrheit brechen. Schon in den nächsten Tagen wird spannend sein zu beobachten, ob und unter welchen Bedingungen die Marburger Linke zur Stimmabgabe für Dr. Thomas Spies im zweiten Wahlgang aufruft. Es ist auch ein Fingerzeig für eine mögliche rot-rot-grüne Zusammenarbeit in der Stadt.

Der gemeinsame Kandidat des bürgerlichen Lagers, Dirk Bamberger (CDU), hat gegenüber den drei Kandidaten von CDU, FDP und Marburger Bürgerliste 2011 Stimmen hinzugewonnen und damit - wenn er es selber will - sein Ticket für eine wichtige Rolle in der Marburger Kommunalpolitik gelöst. Zu mehr wird es nicht reichen.

Mehr als jeder Zweite hat gestern nicht gewählt. Um die, die offenbar nicht entschieden sind, wird es nun in erster Linie gehen. Der Wahlkampf wird an Schärfe wohl noch einmal zunehmen.in den kommenden zwei Wochen.

von Till Conrad

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