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Abschied von der Alten

Ortsdiener Karl Abschied von der Alten

es wird Zeit für ein neues Auto. Habe die alte Karre - wenn man sie denn überhaupt noch als solche bezeichnen will - schlicht und ergreifend satt.

Eigentlich war sie ja immer ganz lustig, aber inzwischen häufen sich die Reparaturen. Habe noch dazu das Vertrauen in das Autohaus verloren: Brachte den Wagen wegen drei blinkender Warnlichter zur Reparatur. Bekam gesagt, der Tacho sei kaputt, und er müsse gewechselt werden.

Gesagt, getan. Nur: Als meine Wenigkeit im fahrbaren Ameisenhaufen vom Autohausgelände rollte, leuchteten wieder drei Warnlichter. Und zwar genau die gleichen.

Und wisst Ihr was? Brachte den Wagen zurück. Er wurde nochmal einen Tag lang untersucht - und dann, oh wunder, hieß es: Eine Sicherung steckte nicht richtig. Jetzt läuft‘s.

Sage es mal so: Wenn bei drei brennenden Warnleuchten einmal der Tacho kaputt, kurz darauf bei der gleichen Krankheit aber nur eine Sicherung draußen ist - dann fängt sogar der größte Autolaie an, sich ein bisschen zu wundern.

Ach ja: Irgendwelche Voll... hatten vor Jahren auch noch ein Hakenkreuz ins Autodach geritzt - was meine Liebe zu dem Fahrzeug bereits frühzeitig erkalten ließ. War schon am überlegen, diese „Verzierung“ nun beim Verkauf als Sonderausstattung anzubieten - meines Erachtens ein berechtigter Ansatz, schaut man sich an, was in der politischen Welt derzeit so abgeht.

Super war aber auch der Geschäftsführer des neuen Autohauses meines diesmal wirklich vorhandenen Vertrauens, der meinen alten Wagen tatsächlich in Zahlung nimmt. Fragte ihn, ob meine Wenigkeit die zahlreichen angebrachten Aufkleber ab­zubbeln sollte. „Wahnsinnig geworden? Auf keinen Fall!“, kommentierte er. Die hielten das Auto schließlich allem Anschein nach zusammen. Ein Kommentar so ganz nach meinem Geschmack.

In diesem Sinne: Nix für ­ungut,

Euer Ortdiener Karl

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